Ökumenische Gemeindereise nach Griechenland (6. Tag)

6. Tag – Donnerstag, 06.09.2018

Unsere erste Station heute führt uns in die Stadt Veria (früher Beröa), einer weiteren Wirkungsstätte des Apostel Paulus in Griechenland. Heute erinnert ein Altar unter freiem Himmel an Paulus. Der Verkehrslärm ist kein Hindernis für unsere Andacht an genau diesem Ort. Thema heute: das Licht in uns. Pfarrer Marcus Wolf erzählt ein schönes Gleichnis von der Kerze und ihrem Licht. Liegt die Kerze einfach nur im Karton, strahlt sie kein Licht aus. Wird sie indes angezündet, strahlt ihr Licht. Gleichzeitig ist damit aber auch ihr Ende besiegelt. Nicht ganz dazu gepasst haben die Grablichter mit LED-Beleuchtung, die am Altar aufgestellt waren – jaja, die moderne Technik. 
 
Paulus sagt: „Wir sollen Kinder des Lichts sein.“ Und dann erklingt noch der Song „Krieger des Lichts“ der deutschen Band Silbermond. Bei genauerem Hinhören wird wird klar, wie diese biblischen, paulinischen Gedanken bis heute in die Popmusik hinein wirken. (Krieger des Lichtes von Silbermond bei YouTube)
 
Der Rundgang führt uns durch die Stadt und zur orthodoxen Kirche. Die originale Holzdecke bedeckt die dreischiffige Kirche mit den Fesken, Malereien und Ikonen. Natürlich nicht so pompös wie gestern in den Metéora-Klöstern, dafür mitten aus dem Leben. Am christlich-orthodoxen Leben dürfen wir für ein paar Minuten auch akustisch teilnehmen und dem gesungenen Gebet einer Besucherin vor den Ikonen lauschen.
 
Wir machen einen Zeitsprung zurück in die Zeit um etwa 400 vor Christi Geburt und besuchen die Königsgrãber in Vergina. Hier wurden in einem Tumulus, einem großen Hügelgrab, mehrere Grabkammern makedonischer Könige entdeckt. Ob es sich wirklich um König Philipp II., Vater von Alexander dem Großen, handelt, ist nicht abschließend geklärt. Zeugnis dieser Zeit liefern aber die zahlreichen und sehr gut erhaltenen Grabbeigaben, die dort gefunden wurden. Das heutige Museum ist dem Hügelgrab nachempfunden und das Lichtdesign rückt ausschließlich die Ausstellungsstücke in den Blickpunkt. Petra versorgt und mit den zugehörigen Informationen, die von ihrem Mikrofon direkt auf die Empfänger, die jeder von uns umhängen hat, übertragen wird.
 
Erschlagen von so viel Informationen und Fakten erblicken wir wieder das Tageslicht und widmen uns ganz alltäglichen Bedürfnissen: Souvenirs und Mittagessen. Im Anschluss geht es zurück nach Thessaloniki.
 
Die zweitgrößte Stadt Griechenlands erkunden wir mit unserem Bus und zu Fuß. Der zentrale Markt bietet alles, was ein Markt in Südosteuropa zu bieten hat: frischen Fisch, frisches Fleisch, frisches Obst und Gemüse, Oliven, aber auch Bekleidung und Haushaltswaren. Über die Promenade geht es mit Rückenwind in Richtung weißem Turm. Spontan beschließen wir, auf's Wasser zu gehen und fahren mit bei der halbstündigen Bootstour. Die Fahrt kostet nichts, aber ein Getränk im Gegenwert von 6 Euro werden als Verzehr erwartet. Wir lassen uns den Wind um die Nase wehen und genießen Cola, Bier oder Frappé. 
 
Am Land geht es mit dem Bus weiter, ein Aussichtspunkt und eine weitere orthodoxe Kirche stehen noch auf dem Programm des heutigen, langen Tages.
 
Erschöpft und hungrig, aber reich an vielen neuen Eindrücken erreichen wir wieder unser Hotel in der Innenstadt.

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